Nebel

Im Nebel
 
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
 
Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
 
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise,
Von allen ihn trennt.
 
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein,
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
 
 (Hermann Hesse)
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3 Antworten zu Nebel

  1. Barbara schreibt:

    Hallo,  WILHELM,
     ein schönes Gedicht, so tiefsinnig und treffend. Wie oft habe ich solche Situationen der Wandlung erlebt!
    Obwohl wir von lieben Menschen umgeben sind, mit ihnen leben, unser Leben mit ihnen teilen, sie begleiten und auch zeitweise verlassen und doch immer wieder die Nähe suchen. Nebel bedeutet für mich, etwas verschwindet, etwas wird unerkenntlich oder wir selbst schauen durch einen dichten Nebel, der uns die Sicht zur Realität vernebelt! Manche verstecken sich auch in einem mystischen Nebel, weil sie Angst haben vor der realen Gegenwart! Ich persönlich versuche ab und an mal abzutauchen in die Welt der Märchen und Mythen, aber es ist immer nur für eine kurze Zeit. Das Leben ist zu schön und wertvoll es in der Einsamkeit an sich vorbei ziehen zu lassen! Diese Phase habe ich hinter mir und hart durchlebt!!! Liebe Grüße  von Barbara

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